Unsere Weine | Rother

NAMENSHERKUNFT "ROTHER"

Lieber Leser, Sie sind wahrscheinlich hier gelandet, um mehr über den Wein Rother
aus der Kollektion der Strombergkellerei zu erfahren. Warum heißt dieses "Meisterwerk an Harmonie und Charakter" eigentlich Rother, werden Sie sich fragen.
Oder: Warum wurde solch ein offensichtlicher Schreibfehler auf dem Etikett abgedruckt?
Seien Sie an dieser Stelle unbesorgt: Es handelt sich nicht um einen Schreibfehler.

Vielmehr steckt hinter Rother eine Geschichte, die man in einem Spielmannsepos aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts nachlesen kann. Darin geht es um einen König, der mit all seinem Mut, seiner Kraft und Macht um die große Liebe kämpft.
Diese Sagengestalt leiht ihren Namen einem vollmundigen und kräftigen Wein, der zum Träumen einlädt. Doch vergleichen Sie am besten selbst, indem Sie König Rothers Geschichte bei einem Gläschen Rother lesen...

 

DIE GESCHICHTE KÖNIG ROTHERS1

König Rother lebte einst in Bari, an der apulischen Adria. Er war ein sehr mächtiger Herrscher, doch ihm fehlte eine Frau an seiner Seite. Seine Vertrauten rieten ihm, um die wunderschöne Kaisertochter Oda von Konstantinopel zu werben.
Da er selbst in seinem Reich unabkömmlich war, sandte er zwölf Boten mit kostbaren Geschenken zu Kaiser Konstantin von Konstantinopel. Zum Abschied spielte König Rother ihnen noch eine Weise auf seiner Harfe, deren Klang sie immer an ihn erinnern sollte. In Konstantinopel angekommen, wurden die Abgesandten zwar zunächst höflich empfangen, als Konstantin jedoch hörte, dass Rother auf diesem Wege um die Hand seiner Tochter warb, ließ er die zwölf Boten in den Kerker werfen. Er wollte seine ihm teure Tochter Oda nicht vermählen, sondern sie bei sich am Hofe behalten.
Ein Jahr war vergangen und König Rother sorgte sich sehr um seine Gefährten. Wieder folgte er dem Rat seiner Vertrauten und reiste unter falschem Namen nach Konstantinopel.
Er nannte sich Dietrich und gab an, von König Rother vertrieben worden zu sein. Als Feind seines Feindes nahm Konstantin Dietrich bei sich auf. Schnell verbreitete sich die Kunde von diesem reichen Gast, der mit großen Schätzen, vielen Pferden und Riesen am Hofe logierte.
Die Kaiserin fragte sich bereits, wie stark dann wohl Rother sein müsse, wenn bereits seine Feinde so mächtig seien.
Auch Oda, die behütete Kaisertochter, wollte gerne den Neuankömmling kennen lernen.
Sie lud Dietrich zu sich ein. Dieser gab vor, zu schüchtern zu sein und ließ Oda im Gegenzug einen goldenen und einen silbernen Schuh überreichen. Nun passten beide Schuhe nur an einem Fuß, der jeweils andere Schuh fehlte.
Oda war darüber sehr verärgert, doch dann schlich sich Dietrich in ihre Kammer, kniete vor ihr nieder und passte ihr den zweiten goldenen Schuh selbst an. Von dieser Geste ganz gerührt, gestand Oda ihm ihre Zuneigung. Daraufhin gab sich Dietrich ihr als König Rother zu erkennen. Doch sie forderte einen Beweis.
Mittels einer List gelang es Oda, die gefangenen Boten aus dem Kerker holen zu lassen. Dietrich stimmte die Weise auf seiner Harfe an, seine Gefährten erkannten ihn und bestätigten Oda, dass es sich um König Rother handle.



Weiter von Konstantin unerkannt, wurde Dietrich erlaubt, die Gefangenen bei sich aufzunehmen. Zum Dank schloss Dietrich Oda in seine Arme und fragte sie, ob sie die Seine werden wolle. Voller Freude bejahte sie seinen Antrag.
Doch vor den Toren Konstantinopels war ein großes Heer aufgezogen. König Ymelot von Wüsten-Babylon griff Konstantin an, um Oda für seinen Sohn zu erkämpfen. Dietrich bot Konstantin sogleich seine Hilfe an und konnte Ymelot schnell besiegen. Während Konstantin noch auf dem Schlachtfeld blieb, kehrte Dietrich schnell zurück und lockte Oda und deren Mutter auf sein Schiff. Dort gab er sich auch der Kaiserin zu erkennen und bat um Odas Hand. Die Kaiserin war über die Beziehung ihrer Tochter zu König Rother sehr zufrieden und gab ihnen ihren Segen. Rother legte sofort ab und brachte Oda nach Bari, wo ihnen ein großes Hochzeitsfest bereitet wurde.
Von der Schlacht zurück, brach Kaiser Konstantin in großen Zorn aus und schwor Rache. Er sandte einen gewitzten Spielmann nach Bari, um seine Tochter zurückzugewinnen. Dieser gab vor, einen Stein an Bord zu haben, der Kranke heile, wenn ihn eine Königin berühre. Ein Ritter bat nun Oda, seine zwei kranken Kinder mithilfe des Steines zu heilen. Oda sagte natürlich zu und betrat das Schiff des Spielmannes, um den Stein zu berühren. Doch genau in diesem Moment hisste der Spielmann die Segel und entführte Oda wieder in ihre Heimat Konstantinopel.

Erneut stach König Rother, diesmal als Pilger verkleidet, in See, um seine Oda wiederzugewinnen. Als er in Konstantinopel ankam, fand gerade die Verlobung Odas mit dem Sohn König Ymelots statt - Konstantin hatte ihre Ehe mit Rother nicht anerkannt. Doch Rother schlich zu Oda und steckte ihr einen Ring mit seinem Namen an. Dabei wurde er aber von König Ymelot erkannt und gefangen genommen. Er sollte gleich am nächsten Tag hingerichtet werden. An der Richtstätte angekommen konnte Rother sich jedoch befreien und in sein Horn blasen. Kurz darauf kamen seine Gefährten von allen Seiten aus ihren Verstecken und besiegten König Ymelot und dessen Sohn erneut. Schnell ritt König Rother zurück an den Hof und schloss Oda in seine starken Arme. Nach diesem Sieg musste auch Kaiser Konstantin Odas und Rothers Liebe anerkennen. Als er der Ehe seinen Segen gab fand ein riesiges Freudenfest statt, der Wein floss in Strömen und Rother ließ seine Harfe erklingen. Die Menschen in Konstantinopel und Sari erzählten sich noch lange von diesem glücklichen Liebespaar.